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Gießener Krimifestival 2011
Liebe Gäste des Krimifestivals,
Strafe muss sein – ein Satz wie ein Gesetz. Mehr noch – es klingt wie das Fundament einer auf Nachhaltigkeit angelegten Faustformel für ein funktionierendes Miteinander und ist in seiner Allgegenwärtigkeit allenfalls noch vergleichbar mit dem Beginn eines Kochrezeptes: Man nehme ... Wer will von sich behaupten, diesen Satz im Laufe seines Lebens nicht schon mal gesagt, gedacht oder als Opfer gehört zu haben? Als Opfer ...? Ja sicher, wer sich zur Zielscheibe eines „Strafe muss sein“ macht, der ist Täter und Opfer zugleich. Täter wegen seines Handelns oder Verhaltens und Opfer einer oftmals mit Häme und Schadenfreude daherkommenden Verurteilung dieses Handelns. Wer nicht hören will, muss fühlen. Noch so ein Satz, der zudem zur Verstärkung mit einem nachgeschobenen „Strafe muss sein“ gedoppelt wird. Übrigens ist die Reihenfolge dieser beiden Standardsätze beliebig. Aber stimmt denn der Satz in seiner Aussage überhaupt? Was soll denn beispielsweise das Kind, das auf eine heiße Herdplatte fasst und sich vor Schmerzen krümmt mit dem „Strafe muss sein“ seiner Eltern anfangen? Das Kind braucht Hilfe, ein Pflaster oder meinetwegen eine Brandsalbe. Aber ein „Strafe muss sein“ ...? Vermutlich ist „Strafe muss sein“ eine dieser Beruhigungsformeln, die genutzt werden um eigene Versäumnisse oder eigenes Fehlverhalten kategorisch auszuschließen. Die Schuldzuweisung ist eindeutig und mündet in der Aussage „Strafe muss sein“. Das ist nicht nur in Alltagssituationen so, sondern auch in der Politik, der Justiz – und auch im Kriminalroman. Der Krimi lebt davon, dass Strafe sein muss. Wem das bisher noch nicht aufgefallen sein sollte, der hat beim kommenden Krimifestival jede Menge Gelegenheiten, das zu überprüfen. Wer sich nicht rechtzeitig um Eintritt zu den Veranstaltungen bemüht, der bleibt in dieser Sache unwissend – aber Strafe muss sein ... In diesem Sinne allen Gästen beste Unterhaltung
Eintrittskarten gibt es ab Samstag, 10.09.2011 hier:
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